Im Rahmen einer Führung besuchten am 2. Juni neun Mitglieder der Neuapostolischen Gemeinde Bonn die örtliche Synagoge. Ziel des Besuchs war es, den jüdischen Glauben besser kennenzulernen und den interreligiösen Dialog zu fördern.
Die Führung wurde vom Evangelischen und Katholischen Bildungswerk Bonn organisiert. Herzlich empfangen wurden wir vom Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Herrn Jakov Barasch, der uns die Geschichte der Synagoge sowie die Grundlagen des jüdischen Glaubens näherbrachte.
Die Veranstaltung fand im Gebetsraum der Gemeinde mit Toraschrein und Lesepult statt. Die derzeit rund 900 Mitglieder zählende Gemeinde nutzt die Synagoge seit ihrer Errichtung in den Jahren 1958/59. Sie ist osteuropäisch geprägt und weist eine vergleichsweise hohe Altersstruktur auf. Bundesweit gehört sie hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl zu den größeren jüdischen Gemeinden. Sie ist Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und eine sogenannte Einheitsgemeinde mit einer Synagoge nach orthodoxem Ritus.
Mittlerweile weist das Gebäude erhebliche Schäden auf und kann nicht mehr in allen Bereichen genutzt werden. Herr Barasch wünscht sich daher einen Neubau, der – wie bisher – innenstadtnah gelegen ist und Platz für einen geplanten Campus mit Kindertagesstätte und Mikwe, dem rituellen Bad, bietet.
Im Gespräch hatten die Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen und Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Judentum zu entdecken. Dabei erfuhren wir viel über die Bedeutung der Tora, die jüdischen Feiertage und die Traditionen des Gottesdienstes. Deutlich wurde, wie eng beide Religionen miteinander verbunden sind. Viele biblische Texte und Glaubensüberzeugungen haben ihre Wurzeln im Judentum.
Der Besuch bot die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Die offene Atmosphäre und die herzliche Gastfreundschaft der jüdischen Gemeinde hinterließen bei allen Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck.
Wir danken unseren Gastgebern herzlich für die freundliche Aufnahme und die interessanten Einblicke. Solche Begegnungen tragen dazu bei, Respekt, Vertrauen und Frieden zwischen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu fördern.
Im Anschluss an die Veranstaltung bot sich zudem die Gelegenheit, dem Synagogenvorstand den Neubau der Neuapostolischen Kirche in der Ersten Fährgasse vorzustellen. Gemeinsam wurde vereinbart, die bestehenden Kontakte zu vertiefen und weiterhin im Austausch zu bleiben.
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