Am Mittwoch, den 4. März 2026 hält Bezirksapostel Stefan Pösche den Gottesdienst in der Gemeinde Bonn. Zu dem Gottesdienst waren die neuapostolischen Christen aus allen 8 Gemeinden des Bezirks eingeladen.
Grundlage des Gottesdienstes war der Bibeltext aus Matthäus 9,12: „Als das Jesus hörte, sprach er: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.“
Himmlischer Friede – ein Geschenk
Der Bezirksapostel ging zunächst auf das Lied „Himmlischer Friede“ ein, welches der Chor vorgetragen hat. „Ich wünsche mir sehr, dass wir alle den Frieden annehmen, der uns gerade im Lied besungen und angeboten wurde: den Frieden aus Jesus Christus.“, so der Geistliche.
Jeder muss selbst entscheiden, ob er diesen Frieden annimmt. Obwohl viele von uns mit Sorgen, Stress oder kleinen Konflikten zum Gottesdienst gekommen sind, sollen wir uns bewusst auf Jesus, den Friedensfürsten, einlassen. Der Frieden Gottes ist wie ein Geschenk, das nur wirkt, wenn man es annimmt, auspackt und nutzt. Ziel ist, dass die Gläubigen den Gottesdienst mit innerem Frieden und Freude verlassen und dieser Frieden sie auch im Alltag weiter begleitet.
Jesu, der Arzt
Zur Einordnung des Textwortes las danach Diakonin Ramona Marks eine Bibellesung aus Matthäus 9,10–13. Darin wird berichtet, wie Jesus mit Zöllnern und Sündern an einem Tisch sitzt – ein Verhalten, das für die religiösen Autoritäten der damaligen Zeit als skandalös galt.
Das gemeinsame Essen hatte zur Zeit Jesu eine besondere Bedeutung: Es galt als Ausdruck enger Gemeinschaft. Umso größer war der Anstoß, den Jesu Verhalten auslöste. Viele wollten sich selbst von solchen Menschen fernhalten und lehnten es zugleich ab, dass Jesus, der sich als Sohn Gottes bezeichnete, mit ihnen in Verbindung gebracht wurde. Wer mit Sündern an einem Tisch saß, so die damalige Vorstellung, machte sich selbst unrein.
Jesus antwortete auf diese Kritik mit einem Verweis auf Hosea 6, 6: „Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer.“ Damit stellte er die Liebe in den Mittelpunkt – noch vor Gehorsam oder religiösen Opferhandlungen. Zugleich machte er deutlich: Es braucht ein neues Verständnis von Gott. Gott ist Liebe.
Diese Botschaft Jesu trifft den Kern des Glaubens. Das Problem sind nicht in erster Linie diejenigen, die von Gottes Wegen abgekommen sind, sondern vielmehr jene, die glauben, vor Gott vollkommen oder fehlerlos erscheinen zu können.
Erkennen wir Krankheitssymptome?
Auch heute bleibt diese Frage aktuell: Wie schauen wir auf unseren Nächsten – und wie auf uns selbst? Erkennen wir die „Symptome“ unserer eigenen seelischen Schwächen? Reflektieren wir unser Leben noch im Licht des Wortes Gottes? Seit dem Sündenfall ist der Mensch auf Heilung angewiesen.
Wie damals wirkt Jesus auch heute unter den Menschen. Jeder trägt sein eigenes Leiden und ringt mit Schwächen und Fehlern. Diese zeigen sich beispielsweise dann, wenn wir immer wieder dieselben Fehler machen, wenn Versöhnung schwerfällt oder wenn wir darauf bestehen, das letzte Wort zu haben.
Die Einladung lautet daher: zum „Arzt“ zu gehen – zu Jesus Christus. In der Predigt gibt er Orientierung, in der Vergebung der Sünden schenkt er neue Kraft. Es liegt am Einzelnen, das Gehörte anzunehmen und im eigenen Leben umzusetzen. Verhaltensänderungen gehören zu den größten Herausforderungen im Leben eines Menschen. Doch Christus steht als „Arzt“ helfend zur Seite.
In einem Predigtbeitrag betonte Bezirksältester Bernd Skopek, dass Jesus besonders zu den Bedürftigen kommt – vorausgesetzt, sie lassen es zu. Er bringe die notwendige „Arznei“, ja er selbst sei die Medizin, die dem Sünder helfen könne. Gerade in der heutigen Zeit gebe es viele geistliche Leiden. Hilfe und Heilung seien jedoch möglich, wenn Menschen sich Christus öffnen.
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Bezirksapostel den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
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