14 interessierte Zuhörer folgten der Einladung zu einem Themenabend, den Bezirksältester i. R. Dieter Pütz in entspannter Atmosphäre im Nebenraum der Kirche am 19. März 2019 hielt.
Nach kurzem Gebet durch den Vorsteher Hirte Günter Felsner begann Dieter Pütz mit einer kurzen Einführung. Klären wollte er die Frage: Wie kommt der Inhalt in die Bibel?
Kurz und anschaulich vermittelte er Wissen über einen Teil der 40 Autoren der heiligen Schrift, die alles auf Geheiß Gottes niederschrieben. Er führte aus, dass das Alte Testament über das 10. bis 2. Jahrhundert vor Christus entstand, aber erst 100 Jahre nach Christus entgültig festgelegt war, in welcher Reihenfolge die hebräischen Schriften zum Tanach - der Hebräischen Bibel zusammengefasst werden. Schon vor Abschluss der Zusammenführung der hebräischen Texte sei die Übersetzungen in die griechische Sprache notwendig geworden, da die Menschen aufgrund der Zerstreuung in vorchristlicher Zeit die alte Schrift verlernten und so die Texte wieder für alle verständlich gemacht werden mussten.
Zu Zeiten Jesu und danach erzählten die Evangelisten in vielen Familien, das was sie gesehen und gehört hatten. Dadurch wurden die Worte von Jesus weitergetragen. Im Jahre 50 n. Chr. (ca. 30 Jahre nach den Geschehnissen) seien die Reden und Evangelien als wahrheitsgetreue Berichte durch Augen- und Ohrenzeugen aufgeschrieben gewesen.
Bisher seien ca. 5000 Handschriften von Bibelteilen, Zitaten alter Kirchenväter und Einzelteilen des Neuen Testamentes gefunden wurden, die textkritsch analysiert und untereinander verglichen wurden, so das der Inhalt belegt sei. Der älteste Papyrusfund sei das sogenannte Johannesfragment, da es Teile aus dem Johannesevangelium enthalte (Johannes 18, 31-33 auf der Vorderseite und Johannes 18, 37-38 auf der Rückseite) und auf die Zeit etwa 125 J. n. Chr. datiert wurde. Die Erklärung, dass in den ältesten Bibeln (4. Jdh. "Codex Sinaiticus) ohne Punkt und Komma geschrieben wurde, führte zu der amüsanten Bemerkung "Also, so wie heute".
Die 1534 vorliegende Lutherbibel sei die erste deutsche Vollbibel mit der vollständigen Übersetzung des Alten und Neuen Testaments. Immerwieder seien die biblischen Texte historienkritisch überarbeitet, revidiert und an die jeweiligen neuen orthographischen Gewohnheiten angepasst wurden, so dass jeder den Inhalt verstehen habe können. Mit der Ausgabe 2017 habe man wieder viele 1984 angeglichenen Übersetzungen in die Fassung von 1912 korrigiert, um den originalen, aber noch verständlichen Sprachstil zu erhalten.
Als Fakten nannte Dieter Pütz, dass 1,6 Milliarden Menschen noch keinen Zugang zu einer Bibel oder Teilen davon haben. Der Bedarf sei so groß, dass jede Sekunde ein Teil der Bibel gedruckt werde.
Unter dem Beantworten von Fragen aus den Reihen der Zuhörer erklärte er noch, dass es beim Bibelstudium wichtig zu wissen sei, dass sich das Alte Testament erst durch das Wissen im Neuen Testament erschließt. Ein jeder solle die Bibel also so lesen, dass ihm der Kontext den Einblick in das Gesamtwerk ermöglicht.
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