Bonn. Am Sonntag, den 22. Juni 2025 feierte Bischof Rainer Sommer den letzten Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche im Fontainengraben in Bonn und profanierte das Gotteshaus am Ende eines denkwürdigen Gottesdienstes.
Für einen Teil der Gemeinde begann die Verabschiedung von dem Kirchengebäude schon am Samstag. Die Mitglieder trafen sich zum Grillen, die Kinder waren zum Zelten an der Kirche und hatten eine gemeinsame Nachtwanderung. So wurde Raum geschaffen, dass sich jeder persönlich von dem lieb geworden Ort verabschieden konnte.
Am Sonntag waren dann Gemeindemitglieder, Freunde und Gäste zum letzten Gottesdienst eingeladen. Als Grundlage für die Predigt verwendete der Bischof den Bibeltext aus 1. Korinther 3, 17: „… der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr.“
Dankbarkeit
„Wir schauen dankbar zurück auf 36 Jahre, die Gott in dieser Kirche geschenkt hat“, begann der Geistliche seine Predigt. Davor war die Gemeinde über Jahre in unterschiedlichen Schulgebäuden untergebracht. Es ist unmöglich alles aus diesen Jahren aufzuzählen, aber Gott hat uns ganz viel Gutes in diesen Jahren geschenkt. Gott hat immer gewirkt und das in unterschiedlichsten Verhältnissen. Der eine kam voller Freude in dieses Haus und der Nächste sehr unglücklich, jeder wurde hier von Gott erwartet. Das ist Grund zu tiefer Dankbarkeit.
Der Tempel Gottes, was ist das?
Mit dem Tempel im Bibeltext ist nicht der ursprüngliche Tempel in Israel gemeint, oder irgendein Gotteshaus, welches wir heute kennen und uns vorstellen. Jesus sagte: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten (Joh. 2, 19). Die Menschen verstanden nicht, was er damit meinte. Jesus meinte einen lebendigen Tempel, den die Gläubigen selbst ausmachen. Sie werden eingebaut als lebendige Steine in einem geistlichen Haus.
Das nimmt den Blick von diesem vergänglichen Gebäude, wofür wir dankbar sind. Es erweitert aber auch unsere Sehensweise auf das, was bleibt. Alles, was für den geistlichen Tempel getan wurde und wird hat Bestand für die Ewigkeit.
Priester Thorsten Langguth brachte in seinem Predigtbeitrag zum Ausdruck, dass in jedem Christen ein Stück Gott lebendig ist, durch die Gabe des Heiligen Geistes. So sind alle Christen eingebaut in den ewigen Tempel Gottes.
Nach der Predigt feierte die Gemeinde Heiliges Abendmahl. Am Ende des Gottesdienstes profanierte der Bischof die Kirche.
Nach dem Gottesdienst waren alle Teilnehmer zum Brunch zusammen.
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