Der Gottesdienst, den Apostel Franz-Wilhelm Otten am Altar in der bis auf den letzten Platz gefüllten Gemeinde Brühl/Rhein-Erft hielt, wurde mit großer Übertragungstechnik in die neuapostolischen Kirchengemeinden des Bezirks Bonn per Bild und Ton übertragen.
Nach dem gemeinsam gesungenen Eingangslied bildete der Bibelvers aus Matthäus 10, 7: "Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen" die Grundlage des von einem Gesangsquartett begleiteten Gottesdienstes.
Dazu führte der Apostel aus, dass Jesus seine Jünger aussandte und beauftragte, das nahe Himmelreich zu verkünden, obwohl das Volk eigentlich auf jemanden wartete, der ihnen vielmehr das sehr weltliche Königreich Juda wiederherstellen solle. Aber Jesus habe klar gemacht, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Das gelte - so der Apostel - auch für die heutige Zeit, in der sich viele Menschen vor allem von Materialismus und Egozentrismus regieren ließen und nicht von der Gottes- und Nächstenliebe, wie sie Jesus in der Bergpredigt ins Spiel brachte. Dieses Himmelreich sei keineswegs nur eine Angelegenheit der Zukunft, sondern auch der Gegenwart. Dem Himmelreich nahe kommen, gelinge durch das Buße tun, das sich dabei an Jesus Christus orientieren und das Erkennen, was am eigenen Verhalten nicht gut ist. Die Taufe mit Wasser und Heiligem Geist seien ebenso Voraussetzungen wie die Abendmahlsgemeinschaft mit Jesus und natürlich der Glaube an Jesus und sein Wiederkommen.
Vom eigenen Glauben zeugen, auch wenn das manchmal schwer falle, sei auch ein Teil der so wichtigen Nächstenliebe genauso wie das Vergeben von Verfehlungen des Nächsten, dem dies reut. In das Gemeindeleben könne sich jeder einbringen, um es mit Nächstenliebe zu füllen und Jesus Christus in die Mitte zu nehmen. Der Apostel fasste dies kurz zusammen: "Respektieren statt kommentieren und verstehen statt verbessern."
Der Apostel bat Hirte Günter Felsner zu dessen letztem Mitdienen als aktiver Amtsträger an den Altar. Der Hirte nahm dies zum Anlass über die eigene Standortbestimmung nachzudenken: Wo stehe ich selbst? Wo steht die Menschheit? Dabei sei ihm die Aussage, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen sei, ein Trost. Er verwies auf die Worte, die in der Brühler Kirche seit 2010 auf der Glaswand am Eingang stehen, die Kirche beschreiben und beginnen mit "Wo Himmel und Erde sich berühren". Er denke da auch an die später im Gottesdienst spürbare Vergebung der Sünden, bei der der Amtsträger sage ‘Dir sind deine Sünden vergeben‘, aber der Himmel es tue.‘ Und auch bei der darauf folgenden Feier des Heiligen Abendmahls berühre sich Himmel und Erde in der erlebbaren Gemeinschaft mit Jesus Christus.
Die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahls wurden durch den Apostel eingeleitet und nach der Hinnahme der ausgesonderten Hostien durch die Gottesdienstbesucher entband der Apostel den Hirten von seinen aktiven Pflichten als Amtsträger. Apostel Franz-Wilhelm Otten dankte Hirte Günter Felsner für seine 44-jährige Tätigkeit in verschiedenen Ämtern der Neuapostolischen Kirche - davon mehrere Jahre als Vorsteher der Gemeinde Wesseling, 22 Jahre als Vorsteher der Gemeinde Brühl und die letzten vier Jahre als stellvertretender Bezirksvorsteher der Neuapostolischen Christen im Bezirk Bonn. Die Bereitschaft und die Kraft zum Dienen seien aus dem Glauben, dem Vertrauen, der Zuversicht und dem Sendungsbewusstsein entstanden.
Für die Zeit nach dem aktivem Dienst wünschte der Apostel weiterhin innere Verbundenheit und Segen. Der Bezirksvorsteher Günter Grams schloss sich nach dem Abschlussgebet und dem Schlusssegen für die Gottesdienstteilnehmer dem Dank und den guten Wünschen an. Den Blumenstrauß zur Verabschiedung erhielt die Ehefrau des Hirten, die ihn ebenfalls unterstützte. Aus der Gemeinde Brühl wurde dem Hirten eine Bilderbroschüre überreicht, die Ausschnitte aus seinem Wirken zur Erinnerung zeigt, bevor er mit Applaus in den Ruhestand geführt wurde.
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