Das Himmelreich: Geschenk, Gemeinschaft und Teilen
Im Gottesdienst stellte Apostel Franz-Wilhelm Otten das Gleichnis vom reichen Kornbauern aus Lukas dem Lukasevangelium in den Mittelpunkt und verwendete den Bibeltext aus Lukas 12, 16-18 als Grundlage für die Predigt: „Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Güter.“ Dabei lud er dazu ein, das Gleichnis einmal „gegen den Strich“ zu lesen und darin etwas über das Reich Gottes zu entdecken.
Das Himmelreich – ein Geschenk
Der reiche Kornbauer sieht zwar die Fülle seiner Ernte, nicht aber den Geber. Für Apostel Otten beginnt die Botschaft des Himmelreichs dagegen mit einem Geschenk: Gott schenkt in überfließendem Maß – seine Gnade, seine Liebe, seinen Frieden und letztlich sich selbst in Jesus Christus. Diese Gaben sind nicht das Ergebnis menschlicher Leistung, sondern Ausdruck der Liebe Gottes.
Nähe durch Gemeinschaft
Dem einsamen Kornbauern stellt der Apostel das Bild einer Gemeinschaft gegenüber. Das Reich Gottes bedeutet Nähe, Beziehung und Vertrauen. Niemand muss mit seinen Sorgen, Fragen und seinem Leid allein bleiben. Auch die Gemeinschaft in der Gemeinde und die Seelsorge können bereits ein Stück dieses Himmelreichs erfahrbar machen.
Ein weiterer Gedanke gilt dem Streben nach „immer größer, immer schneller, immer höher und immer weiter“. Dem setzt Jesus Christus einen anderen Weg entgegen: Demut, Vertrauen und die Gewissheit, dass Gottes Liebe die Angst vertreibt. Die wahre Ruhe für die Seele liegt nicht darin, immer mehr anzuhäufen und alle Pläne abzuarbeiten, sondern in Christus und seinem Wort: „Es ist vollbracht.“
Wir wollen teilen
Schließlich lenkte der Geistliche den Blick auf das Teilen. Während der reiche Kornbauer nur von „ich“ und „mein“ spricht, steht im Himmelreich das „wir“ und „unser“ im Mittelpunkt. Wer selbst Gemeinschaft, Trost, Frieden oder Gottes Segen erfahren hat, darf davon anderen weitergeben – durch Zeit, ein offenes Ohr, einen Besuch oder ganz einfach durch gelebte Gemeinschaft.
So beschreibt der Apostel das Himmelreich als Geschenk, Gemeinschaft, Demut, Ruhe und Teilen. Es ist eine Perspektive, die schon heute unser Miteinander prägen kann und uns zugleich auf die gemeinsame Zukunft mit Christus ausrichtet.
Im Anschluss bat der Apostel noch den Gemeindevorsteher, Evangelist Uwe Ernst, um eine Predigtbeitrag. Nach der Feier des Heiligen Abendmahls beendete der Apostel den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
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