Der Sonntag, 6. Oktober 2024, stand in der neuapostolischen Gemeinde Brühl ganz unter der Feierlichkeit des an diesem Tage begangenen Erntedankfestes.
Der Gottesdienst, dessen Grundlage Vers 22 des 8. Kapitels aus dem 1. Buch Mose bildete, wurde vom Gemeindevorsteher Priester Hendrik Marks geleitet.
Er stellte zu Beginn seiner Predigt eine Bibelstelle aus dem 14. Vers des 139. Psalms heraus: "Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin ..." Man könne von dem Menschen, der diese Worte Gott gegenüber äußere, einen negativen Eindruck bekommen, weil es nach einem selbstgefälligen Menschen klinge, der sich über seine Mitmenschen erheben wolle. Allerdings habe es der Psalmendichter so nicht gemeint. Derjenige, der die Worte äußere, beziehe sich auf seine Mitmenschen genauso wie auf sich selbst. Auch habe er nicht primär das Natürliche im Auge, sondern das Geistige. Genau wie er hätten seine Mitmenschen eine unsterbliche Seele und genau wie er seien seine Mitmenschen dafür geschaffen, Gemeinschaft mit Gott zu haben.
Priester Hendrik Marks schloss den Bogen mit dem Bezug zu dem Bibelvers der Grundlage des Gottesdienstes war: "Solange die Ernte steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." Und führte aus, dass mit diesen am Ende der Sintflut von Gott geäußerten Worten er versprochen habe, für die Menschen zu sorgen. Diese Zusage gelte allen Menschen unabhängig von ihrem Glauben. Auch ein Landwirt, der von sich sage, an keinen Gott zu glauben, werde nach der Saat ernten. Gott halte sich an sein Versprechen. Die Menschen sollten die Ernte gerecht und geschickt verteilen und nicht gegen Gottes Schöpfung arbeiten, damit alle Menschen genug zu essen hätten.
Damit die Sünde die Menschen nicht von der Gemeinschaft mit Gott trenne, habe Gott die Möglichkeit gegeben, davor errettet zu werden und Gemeinschaft mit Gott zu erleben. Derjenige, der dies erkenne, sei von einer tiefen Dankbarkeit erfüllt.
Priester Jäger wies anschließend in seinem Predigtteil darauf hin, dass sich diese Dankbarkeit des Menschen nicht nur in seinem Verhalten gegenüber Gott manifestiere, sondern auch im Verhalten gegenüber den Mitmenschen. Ein dankbarer Mensch sei auch bereit, seinem Mitmenschen in der Not zu helfen und auch - wie wiederum Priester Marks ergänzte -, ihm zu vergeben.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von einem orchestralen Quartett aus Gemeindemitgliedern.
Der Bereich des Altars war im Erntedankstil mit Lebensmitteln dekoriert. Diese Dekoration diente aber keineswegs als Selbstzweck. Stattdessen wurden die von den Gemeindemitgliedern zusammengetragenen haltbaren Lebensmittel wie schon in den Vorjahren zum Abschluss des Erntedankgottesdienstes der Tafel Brühl e. V. übergeben, um an bedürftige Menschen weitergegeben werden zu können. Der Vorsitzende der Brühler Tafel, Herr Matthias Petran, dankte in einer kurzen Ansprache für die Spende und stellte die Wichtigkeit von Spenden für die Tafeln heraus, da Armut nach wie vor ein großes Thema in der Gesellschaft sei.
Auch füreinander hatten die Gemeindemitglieder einiges mitgebracht, sodass es bei einem gemeinsamen Brunch noch Kaffee, Kuchen, Kartoffelsuppe und auch Leckereien ohne den Anfangsbuchstaben “K“ gab.
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