Bonn. Die Bundesstadt Bonn kann wieder einmal die Einweihung einer christlichen Kirche feiern. Aus diesem besonderen Anlass kamen Vertreter der Stadt und der Kirchen zum Weihegottesdienst.
Das neu gebaute Gotteshaus der Neuapostolischen Kirche in der Ersten Fährgasse 4 in Bonn liegt mitten im Quartier des Glaubens der Bundesstadt, zwischen Rheinuferpromenade und Hofgarten. Vier weitere christliche Kirchen sind nur wenige Gehminuten entfernt, darunter das Haus der Evangelischen Kirche mit Verwaltung und Tagungszentrum in direkter Nachbarschaft.
Drei Gemeinden wachsen zusammen
Hier ist nun der langfristige Standort der Neuapostolischen Kirche in Bonn. 2022 wuchsen die zuletzt noch drei Gemeinden zu einer einzigen zusammen. Kurz danach begann der Bau der neuen Kirche am seit 1952 genutzten Standort in der Innenstadt, rund 75 Meter vom Rhein entfernt.
Bis der Neubau dort, in der Nähe zentraler Treffpunkte der Innenstadt, verfügbar war, nutzten die Mitglieder der fusionierten Gemeinde weiterhin die Räumlichkeiten der beiden noch bestehenden Kirchen in Bad Godesberg (Mirbachstraße 11) und Duisdorf (Fontainengraben 32). Beide Kirchengebäude wurden in der Woche vor der Weihe profaniert.
Freude über neues Gotteshaus
Für die Gemeinde war das eine ereignisreiche Zeit und bedeutet für die Verantwortlichen der Gemeinde viel Arbeit, wie Priester Frank Thurau, seit drei Jahren Vorsteher der Gemeinde, nach dem Weihegottesdienst berichtete. Er blickte mit persönlichen Worten auf die zurückliegende Bauzeit zurück, auf die Nacht der Kirchen am Freitag vor der Weihe und die neue Rolle der Gemeinde im Stadtbild. Dabei betonte er vor allem eins: die Freude über das neue Gotteshaus und die erlebte Gemeinschaft.
Er erinnerte an den Beginn des Bauprojekts mit der Grundsteinlegung: „Ich kann mich noch gut erinnern, wie es im Januar letzten Jahres hier aussah: kalt, dreckig, unfertig.“ Umso größer sei heute die Dankbarkeit über das gelungene Ergebnis – ein warmer, einladender Ort des Glaubens.
Besonders bewegend sei die Beteiligung an der Bonner „Nacht der Kirchen“ gewesen: „Wir wussten nicht, was uns erwartet – und es war einfach nur Freude pur!“ Mit Konzerten, Kinderprogrammen und vielen Gesprächen sei ein Fest des Glaubens entstanden, das nachhaltig wirke: „Seitdem ist nur noch Freude da – keine Aufregung mehr, nur Freude.“
„Schön, dass du da bist“
Zum Abschluss zitierte der Vorsteher die Vision der Neuapostolischen Kirche: „Eine Kirche, in der sich Menschen wohlfühlen, erfüllt vom Heiligen Geist und der Liebe zu Gott.“ Diese Vision sei für ihn Leitbild geworden – und gelebte Realität in Bonn: „Ich liebe es, euer Vorsteher zu sein – weil ihr es seid, die mir das Leben leicht machen. Diese Liebe ist spürbar in euren Herzen.“
Frank Thurau begrüßte mehrere Ehrengäste aus Politik, Ökumene und der Partnergemeinde Schwäbisch-Hall. Er dankte ihnen für ihre Verbundenheit. Mit Blick auf die Zukunft sprach er allen eine persönliche Einladung aus: „Komm rein, fühl dich wie zu Hause. Es ist schön, dass du da bist.“
„Ein neues Zuhause für gelebten Glauben“
Mit einem Grußwort würdigte die Bonner Bürgermeisterin Nicole Unterseh die Einweihung des neuen Kirchengebäudes. Sie hob die Bedeutung des Neubaus für die Stadtgesellschaft und das Miteinander der Religionen hervor.
Die Zusammenlegung der drei Gemeinden aus Bad Godesberg, Duisdorf und Bonn-Mitte sei – trotz aller verständlichen Wehmut – ein Aufbruch in eine neue Phase: „Abschiede anzunehmen und mit Mut und Offenheit neue Lebensphasen zu beginnen – das ist die Chance, die dieser Neubau bietet.“ Mitten in der Stadt und im Umfeld vieler religiöser Einrichtungen könne sich das Gemeindeleben künftig neu entfalten.
Unterseh gratulierte ausdrücklich zur gelungenen Teilnahme an der Bonner Kirchennacht, bei der die Gemeinde erstmals ihr neues Gotteshaus der Öffentlichkeit präsentierte: „Dabei hatten Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, dieses schöne Gotteshaus kennenzulernen – das freut mich sehr.“ Die Veranstaltung habe erneut gezeigt, wie vielfältig und offen die religiöse Landschaft in Bonn sei.
Auch das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Gemeinde würdigte die Bürgermeisterin: „Dass so viele Frauen und Männer nebenberuflich mitarbeiten – in der Seelsorge, in der Musik, in der Gemeindearbeit – ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.“ Abschließend wünschte sie der Gemeinde eine lebendige und offene Gemeinschaft, die Menschen jeden Alters anspricht und den christlichen Glauben im Alltag erfahrbar macht.
„Ein Rastplatz auf dem Weg zum Himmel“
Mit einer persönlichen und humorvollen Rede gratulierte Esther Runkel, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bonn, zur Einweihung. Dabei warb sie für mehr gegenseitige Begegnung und Neugier unter Christen. Dabei erinnerte sie an ihre eigene Herkunft aus dem Bergischen Land: „So wie ich groß geworden bin, war das etwas, was man vermeiden sollte – mit anderen Kirchen in Kontakt zu kommen.“
Heute habe sich ihre Perspektive grundlegend gewandelt: „Ich bin in die Weite des Reiches Gottes vorgedrungen.“ In den vielen Kirchen der Stadt entdecke sie Menschen, die es ernst meinten mit der Nachfolge Christi. Deshalb lud sie die versammelte Gemeinde ein: „Gehen Sie mal in eine andere Bonner Kirche – es gibt so viel Evangelium zu entdecken.“
Mit einem Augenzwinkern bekannte sie auch ihren „offen ausgesprochenen Neid“ auf die neue Lage der Kirche im Bonner Zentrum: „Wir sind damals mit unserer Gemeinde ins Umland gezogen – Sie sind mittendrin, da, wo das Leben brummt.“ Diese Lage sei ein großer Vorteil: „Sie können hier ganz nah an den Menschen wirken.“
Abschließend griff sie das Motto der Kirchennacht auf: „Mein Traum von Kirche ist, dass wir ein Rastplatz sind für Menschen auf dem Weg zum Himmel.“
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