Am Sonntag, dem 26. Juli 2026, hielt Apostel Franz-Wilhelm Otten den Gottesdienst in der Gemeinde Bonn und vermittelte den Gottesdienstbesuchern eine Botschaft der Zuversicht, des Trostes und der Kraft.
Seiner Predigt legte der Geistliche das Bibelwort aus Markus 6,50b–51a zugrunde: „Aber sogleich redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich.“
Ausgangspunkt der Predigt war die biblische Begebenheit nach der Speisung der Fünftausend. Nachdem Jesus die große Menschenmenge versorgt hatte, zog er sich zum Gebet auf einen Berg zurück, während seine Jünger den See überqueren sollten. In der Nacht gerieten sie in einen heftigen Sturm und kämpften vergeblich gegen Wind und Wellen an.
Gott sieht dich
Obwohl Jesus nicht bei seinen Jüngern war, verlor er sie nicht aus den Augen. Er sah, wie sie unermüdlich ruderten und dennoch gegen den Wind nicht ankamen. Apostel Otten übertrug dieses Bild auf das Leben der Christen. Auch heute erleben Glaubende die „Stürme des Lebens“ – Krankheit, Armut, Sorgen um die Familie, Rückschläge, Anfeindungen wegen des Glaubens oder das Gefühl, trotz aller Anstrengungen nicht voranzukommen. Oft gleichen solche Situationen dem mühevollen Rudern gegen starken Gegenwind, man kommt scheinbar nicht von der Stelle.
Gerade in diesen Momenten stellt man sich die Frage: „Wo ist Gott“? Besonders in den dunklen Stunden des Lebens fühlt man sich allein, hilflos und verlassen. Doch du bist nicht allein, denn wie damals Jesus seine Jünger nicht vergaß und über das Wasser ging und zu ihnen in das Boot stieg, vergisst er auch dich nicht.
„Jesus sieht jeden Einzelnen und betet für ihn“, stellte der Apostel als zentrale Botschaft heraus. Niemand werde von Christus vergessen oder allein gelassen. Gerade in der größten Not komme er zu den Seinen, bringe Frieden und schenke neue Hoffnung. Als Jesus zu den Jüngern ins Boot stieg, legte sich der Sturm. Dieses eindrucksvolle Bild verdeutliche, dass Christus den Menschen besonders dann nahe sei, wenn sie ihn am dringendsten brauchen.
Sei getrost - fürchte dich nicht
Unter dem Leitgedanken „Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ erläuterte Apostel Otten das Textwort in drei Schritten:
- „Seid getrost“ – Christus schenkt den Mut, der dem Menschen oft fehlt.
- „Ich bin’s“ – Jesus offenbart sich als der allmächtige Gott, derselbe „Ich bin“, der sich bereits Mose im Alten Testament offenbart hatte. Dadurch wird deutlich, dass Gott immer gegenwärtig ist und seine Kinder niemals verlässt.
- „Fürchtet euch nicht“ – Die Liebe und Gegenwart Jesu überwinden jede Angst und schenken den Frieden des Auferstandenen.
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes bat Apostel Otten, Bischof Rainer Sommer und Bezirksältesten Günter Grams um einen Predigtbeitrag.
Bischof Sommer gab den Impuls: „Gott sieht alle Möglichkeiten – auch das, was unseren Augen verborgen bleibt.“ Damit machte er deutlich, dass Gott jeden Menschen kennt, ihn begleitet und ihm in jedem Augenblick nahe ist.
Zugleich stellte er die Frage, ob wir die Freude über Gottes Nähe und Begleitung noch bewusst wahrnehmen. Manchmal müsse diese Freude neu entfacht werden. Dies könne auf vielfältige Weise geschehen – durch die Begegnung mit Brüdern und Schwestern, durch das Erleben eines Gottesdienstes oder durch Menschen, die Gott dazu gebraucht, anderen Mut zu machen und Hoffnung zu schenken.
Bezirksältester Grams knüpfte an seine frühere Berufstätigkeit als Bergmann an. Als Bergmann fuhr er täglich in die Dunkelheit ein. Manchmal erlosch das Licht der Grubenlampe, weil der Akku erschöpft war. In einer solchen Situation setzte man sich hin, wartete und hörte aufmerksam, bis Hilfe kam. Man wusste, wo die anderen waren, und hatte die Gewissheit, dass sie einen suchen würden.
„Wenn das schon bei uns Menschen so ist“, führte Bezirksältester Grams aus, „wie viel mehr schaut und sucht Gott nach den Seinen.“ Gott sehe jeden Menschen, lasse niemanden allein und schenke jedem die Hilfe, die er gerade brauche.
Im Anschluss feierte die Gemeinde gemeinsam das Heilige Abendmahl. Mit Gebet und Segen beendete Apostel Otten den Gottesdienst.
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