Ein Gottesdienst über eine besondere Beziehung: Gott ist nicht fern, sondern unser Vater. Apostel Franz-Wilhelm Otten besucht die Gemeinde Much am Mittwoch, den 23. September 2026 und stellt in der Predigt heraus, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein.
Die Grundlage für den Gottesdienst war der Bibeltext aus Römer 8 Vers 15: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“
Es war ein Gottesdienst, der eine zentrale Frage des Glaubens ganz persönlich werden ließ: Wie sieht eigentlich unsere Beziehung zu Gott aus? Sind wir Menschen, die vor einem fernen und mächtigen Gott stehen – oder dürfen wir uns als seine Kinder verstehen?
Eine Beziehung, die von Vertrauen geprägt ist
Als Antwort darauf wurde ein eindrückliches Bild aus der Bibel aufgegriffen: der Unterschied zwischen einem Sklaven und einem Kind.
Ein Sklave ist abhängig, hat keine eigenen Rechte und lebt möglicherweise in Angst. Ein Kind dagegen gehört zur Familie. Es darf Fragen stellen, vertrauen und darauf bauen, angenommen und geliebt zu sein.
Dieses Bild wurde auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch übertragen. Durch Jesus Christus, so die Botschaft des Gottesdienstes, sind Menschen nicht mehr Gefangene der Sünde. Sie dürfen sich als Kinder Gottes verstehen. Jesus selbst sprach Gott mit „Abba“ an – einem vertrauten Wort, das mit „Vater“, „lieber Vater“ oder „Papa“ wiedergegeben werden kann.
Damit wird die Beziehung zu Gott persönlich: Gott ist nicht nur der allmächtige und ferne Gott, sondern der Vater, der seinem Kind nahe sein möchte.
Auch mit Schuld und Zweifel zu Gott kommen
Diese Gewissheit ist besonders dann wichtig, wenn das eigene Leben nicht leicht ist. Jeder Mensch kennt Schwächen, Fehler und Schuld. Trotzdem muss niemand vor Gott davonlaufen oder sich verstecken.
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn macht diese Botschaft besonders anschaulich: Der Vater wartet mit offenen Armen auf den, der zu ihm zurückkehrt. Nicht Vorwürfe stehen am Anfang, sondern Freude darüber, dass der Sohn wieder da ist.
So wurde dazu ermutigt, auch mit persönlichen Sorgen, Zweifeln und Schuld zu Gott zu kommen. Wer sich als sein Kind versteht, darf auf Vergebung, Zuspruch und neuen Mut vertrauen.
Gottes Liebe ist keine Leistung
Ein weiterer Gedanke des Gottesdienstes richtete sich gegen den allgemeinen Leistungsdruck: Weiter, Schneller, Besser. Auch im Glaubensleben kann leicht der Eindruck entstehen, man müsse durch Gebet, Gottesdienstbesuch oder andere Aktivitäten etwas leisten, um Gottes Liebe zu verdienen.
Doch Gottes Liebe ist keine Belohnung für erbrachte Leistung. Sie ist bereits da. Gebet und Gottesdienst können deshalb aus einem anderen Grund geschehen: weil ein Kind Zeit mit seinem Vater verbringen möchte, mit ihm sprechen, ihm Fragen stellen und seine Nähe erfahren möchte.
Diese Sichtweise kann verändern, wie Menschen auf ihr eigenes Leben blicken – gerade auch in Zeiten von Leid und Unsicherheit. Die Zusage lautet: Du bist nicht allein. Du bist Kind Gottes.
Und diese Beziehung eröffnet eine Hoffnung, die über das gegenwärtige Leben hinausreicht. Als Kinder Gottes dürfen Menschen schon heute etwas von der Gemeinschaft mit ihm erfahren und darauf vertrauen, dass seine Liebe bleibt.
Der Apostel gab den Rat: „Denkt weiter darüber nach, nicht nur auf dem Heimweg, bitte, das ist ganz wichtig! Wir sind Kinder, damit eröffnet sich alles für uns.“
Im Anschluss bat der Apostel den Bonner Bezirksvorsteher Günter Grams um einen Predigtbeitrag. Danach feierte die Gemeinde gemeinsam das Heilige Abendmahl.
Nach dem Gottesdienst waren alle Besucherinnen und Besucher noch zu einer Begegnung bei Canapés und Erfrischungsgetränken eingeladen.
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